Brunette Aspects

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Glocke & Bach im Glockenbach

Juni30

Nach dem ganzen Abiturstress war mir gestern nach einem schönen Abend mit Freunden, bevorzugt in einer netten Bar in München. Zusammen mit zwei Jungs bin ich also ins Münchner Glockenbachviertel losgezogen und stand plötzlich recht ahnungslos in der Hans-Sachs-Straße, während meine Begleiter diskutierten, nun ins “Glocke & Bach” oder ins gegenüberliegende “Selig” zu gehen. Ersteres hat (für den Moment) gewonnen, sodass wir uns an einem Bistrotisch vor dem Cafe/Bar/Restaurant/Bistro niederließen, immerhin war es der erste richtige Sommerabend in München seit Ewigkeiten.

Caipilimo und spanischer Wein

Da meine Begleiter doch recht auffällig über die Wahl des Etablissements diskutiert haben, dauerte es nicht lange, bis der Kellner an unseren Tisch kam und uns die Karte vorbeibrachte. Eigentlich wollte ich einen Cocktail, ursprünglich auch mit Alkohol, dann aber wieder doch nicht…hach, ich war nicht allzu entscheidungsfreudig und habe mich für einen “Virgin Caipi”, also einen Caipirinha ohne Alkohol entschieden. Laut Getränkekarte sollte der fehlende Cachaca durch Bitter Lemon ersetzt werden, Rohrzucker und Limette blieben. Leider konnte ich vom Bitter Lemon nichts schmecken, es hat eigentlich nur süß geschmeckt. Ich bin zwar ein Fan von süßen Caipis, aber da auch nur, weil man dann weniger von der Schärfe des Cachaca schmeckt. Zumindest bilde ich mir das irgendwie ein, auf jeden Fall hat’s süß geschmeckt und die Rohrzuckerkristalle sind nur so den Strohhalm hinauf- und meine Kehle hinabgepurzelt. 5,90€ für Limo mit Limetten? Etwas übertrieben.

Wie ihr auf der Rechnung seht, hatten die beiden Jungs je ein Glas Rioja, also spanischen Rotwein. Der erste Kommentar hierzu war “sauer”, auch ihre Gesichter ließen nicht viel besseres vermuten.

Thailändisch-Italienische-Kitchen mit Einschlag von Hausmannskost

Leider war es schon 22 Uhr, ich hätte wirklich Lust auf Frühstück gehabt - das bekommen Nicht-Frühstück-Freaks dennoch täglich bis 16 Uhr. Ansonsten bot die Karte Kulinarisches aus allen möglichen Gebieten, von Pasta bis Burger, Wiener Schnitzel und Tom-Kha-Gai (Thailändischer Suppe). Normalerweise macht mich eine solche Bandbreite auf Speisekarten ja stutzig, denn meine Theorie ist ja, dass kein guter Pizzabäcker auf ein guter Koch für Thai-Curry sein kann. Angenehm ist jedoch, dass es auch nach Küchenschluss noch Snacks wie Pommes Frites oder Frühlingsrollen gibt. Letztendlich entschied ich mich für eine Portion “Bruschetta mit Tomatenwürfeln”, meine beiden Begleiter teilten sich eine Portion “Warmen Apfelstrudel mit Vanilleeis”.

Sofort wird der Koch aus den Gästen auf dem Bürgersteig herausgezogen, er soll mir also meine Bruschette zaubern. Prinzipiell wichtig ist dabei, dass die Bruschette richtig schön vor lauter Olivenöl triefen, Knoblauch und Tomaten gehören ebenfalls dazu. Laut Wikipedia nicht zwingend notwendig ist die Anwesenheit von Zwiebelwürfeln auf den Brotscheiben, laut mir dagegen ist das ein absolutes Must! Recht flott werden mir auf einem Desserteller vier Scheiben geliefert, garniert mit Rucola und einer Kirschtomate. Das Besteck hat der Kellner nur für die Apfelstrudelfraktion gebracht, da der Rucola allerdings auch nicht mehr taufrisch aussieht, nicht angemacht ist und ich Rucola auch nicht unbedingt brauche, ist die Garnitur somit gleich für die Tonne bestimmt. Zurück aber zum Bruschetta: “mit Tomatenwürfeln” ist absolut richtig ausgedrückt, ansonsten ist da aber auch nicht viel drauf. Ein dunkelgrünes, undefinierbares Pesto ziert die Baguettescheiben, darauf folgen bereits die Tomatenwürfel.

Ich fasse also zusammen: Bruschetta ohne Zwiebeln, ohne Öl, ohne Knoblauch, dafür aus Baguette mit trockenem Pesto. Dieses schmeckt zudem etwas muffig. Enttäuschung macht sich breit, geschmacklich können die Scheiben nicht überzeugen - das Baguette schmeckt nach Baguette und somit viel zu fad. Wie wäre es mit einem italienischen Bauernbrot mit einer richtig guten Kruste gewesen? Das Pesto ist, wie gesagt, absolut undefinierbar und so zudem so dick aufgetragen, dass es den Geschmack der Tomaten auch noch überdeckt.

Im Apfelstrudel wurden die Äpfel vergebens gesucht, eine industriell anmutende Apfelmuspampe ronn aus den Strudelteigblättern und wurde von meinen Begleitern per Gabel ins Vanilleeis getunkt. Während ich so nebenbei mal einen Schluck Caipilimo nahm, erreichte eine ganz schön starke Zimtfahne mein Näschen. Da einer der beiden Herren das Legemuster des Strudelteigs auf der Oberseite des Strudels bereits bei einer alleinwohnenden Bekannten Anfang 20 (ohne den direkten Draht zum Kochen) gesehen hatte, gehen wir von einem Fertigprodukt aus. Dabei aber eher Discounter als Coppenrath & Wiese.

Das Fazit

Das “Glocke & Bach” existiert offenbar noch nicht allzu lange und muss mit Sicherheit entsprechend um sein Publikum kämpfen. Direkt gegenüber liegt die Szenebar “Selig” mit offenbar besseren Drinks und besserem Essen. Nicht einmal der Preis konnte locken, zwar kostet es hier auch nicht mehr als anderswo im Glockenbachviertel, dennoch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis als eher ungünstig zu bezeichnen. 24,50€ haben wir Drei im Laden gelassen und sind danach rüber ins “Selig” - wo es definitiv besser war. Eine ausführliche Review hierfür folgt demnächst!

Wo?

One Comment to

“Glocke & Bach im Glockenbach”

  1. On Juli 1st, 2009 at 16:24 michiNo Gravatar Says:

    geil^^

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