Der kleine Unterschied?
Im Moment lese ich “Gestatten: Elite” von Julia Friedrichs und kann dieses Buch nebenbei jedem nur getrost empfehlen. Hatte mich auf ein eher trockenes Sachbuch über die deutsche Nachwuchselite eingestellt und bin stattdessen für meinen Mut, so etwas in Kauf zu nehmen, mit einem abwechslungsreichen Recherchebericht der jungen Journalistin belohnt worden.
Um nun aber zum Punkt zu kommen: Friedrichs hat in ihrem Buch einen kleinen Punkt angesprochen, der mich schon früher mal interessiert hat. Genauer gesagt in der 10. Klasse während meiner Berlinreise. Wir wurden an den Bahnhöfen regelmäßig angesprochen, ob wir nicht eine Tageskarte übrig hätten und diese abgeben möchten. Leicht irritiert war ich, in meiner Naivität habe ich natürlich auch nicht kapiert, was damit passiert. Als ich nun im Juni mit meiner Mutter einen Ausflug nach Berlin gemacht habe, gab es dasselbe Spiel: selbst als Mutter-Tochter-Pärchen (und nicht als große Reisegruppe) wurden wir um Tickets angehauen. Für manch einen mag das jetzt normal klingen, aber nichts dergleichen ist mir jemals in München passiert! Und nun schreibt die Berlinerin Julia Friedrichs zu ihrer Station in München, ob es hier etwa normal ist, keine übrigen Pfandflaschen für Sammler an der Straße stehen zu lassen und nicht nach U-Bahn-Tickets gefragt zu werden, damit die Schnorrer sie weiterverkaufen können. Meine Antwort: offenbar ja, da es mir in meinem ganzen Leben bisher nur in Berlin passiert ist. Die Flaschen stehen eigentlich nur nach Massenparties wie dem Faschingsdienstag überall rum.
Wie sieht das bei euch aus? Wo wird geschnorrt und wo nicht?


Nach Bahntickets bin ich bisher auch nur in Berlin gefragt worden! Ich glaube, das ist auch wirklich so ein Berliner Ding. Wenn man im Ruhrgebiet unterwegs ist (wo Julia Friedrichs ja studiert hat), kommt das jedenfalls nicht vor. Also, normalerweise (:
Nach Pfandflaschen gefragt wurde ich bisher nur einmal, und zwar in Düsseldorf. Ansonsten ist das Phänomen der Pfandflaschensammler meines Erachtens ja übers ganze Land verbreitet.
Viel Spaß noch mit dem Buch, hat mir auch sehr gut gefallen!