Athen erleben und überleben
Ich weiß, Schande über mich, ich war faul. Aber: Ich war ja auch in Athen. Und habe meine Weisheitszähne rausbekommen, über letzteres möchte ich aber nicht berichten. Eher über meinen Kurztrip nach Athen.
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Für 5 Tage war ich in Athen, und hierzu ist zu sagen: Ich als halbe Griechin habe außer unserer Heimatinsel Korfu noch keinen Fleck Griechenlands besucht! Und da die Brüder meines Vaters mitsamt ihren Familien das ganze Jahr über in Athen leben, wurde es Zeit für einen langersehnten Familienbesuch. Obligatorisch ist dieser irgendwo, festgelegt seit frühster Kindheit ebenso. “Irgendwann kommt das Kind uns in Athen besuchen!”, nun, und so kam es dann auch.
Freitag, 18.9.
Es ist Freitagabend, halb 10 in Athen. Für mich dank der Zeitzonen noch halb 9, sodass ich für den weiteren Abend noch unerwartet fit sein werde - es wird nützlich sein! Mutterseelenallein stehe ich am Athener Flughafen, mit meinem Gepäck, und warte auf meine Cousine. Eigentlich sollte ich ja jetzt erst landen, aber komischerweise hat es Lufthansa geschafft, zu spät abzufliegen und zu früh anzukommen. Verzweiflung macht sich breit, ich rufe meine Cousine auf dem Handy an und muss sofort die paar Brocken Griechisch aus meinem Hinterkopf hervorkramen, die ich so habe - meine Cousine sieht es nämlich nicht ein, während des Autofahrens mit mir auf Englisch zu kommunizieren. Sie steht im Stau und ist gleich da.
Moment - ihr erinnert euch - Freitagabend und STAU? Ja, unglaublich aber wahr, auf der Fahrt vom Flughafen ins Athener Stadtzentrum stehen wir eine geschlagene Stunde im Stau. Meine Cousine erklärt mir das mit einer Promillegrenze von 2,5, laut Internet sind es aber auch nur 0,5 wie bei uns. In Athen gehen die jungen Leute am Freitagabend natürlich auch aus, fahren aber alle allein mit ihren Autos in die Szeneviertel, sodass auf Athens Straßen kurz vor Mitternacht immer noch die Hölle los ist. Unerwarteterweise werde ich jedoch nicht heimkutschiert um mich für die nächsten Tage in Form von Schlaf zu stärken. Nein, wir fahren sofort an den Fuß der Akropolis. 
Was ich besonders schön finde: die alten Jugendstilhäuser werden bei Nacht alle noch gesondert beleuchtet, wie ihr auf dem Bild seht. Athen gleicht somit von oben einem noch größeren Lichtermeer als andere Großstädte. Vom Flugzeug ist mir auch aufgefallen, dass die Lampen der Straßenlaternen hier alle orange sind - das sieht gleich noch ästhetischer aus als die weißen Lampen in Deutschland.
Aber zurück zur Akropolis: auf einer breiten Straße stehe ich nun also und staune auf diesen großen Berg vor mir, auf dem Athens Wahrzeichen (ebenfalls beleuchtet) über der Stadt emporragt. Unglaublich, aufgrund der vielen Bäume aber leider nicht fototauglich.
Wir machen uns nun doch auf den Heimweg und gegen Mitternacht breite ich mich auf der Couch meiner Cousine aus, immer noch ganz begeistert von diesem komischen Freitagabendstau, den vielen Leuten, der anderen Luft und der tollen Häuser.
Samstag, 19.9.
Heute geht es in “The Mall”, ein neugebautes Einkaufszentrum. Dieses ist offenbar im Moment DAS Gesprächsthema in Athen und haut dort jeden vom Hocker, für mich ist es eine Mischung aus Riem-Arcaden (Stil) und OEZ (Größe), zwei Einkaufszentren aus München. Auf die Frage, ob wir denn so eine tolle “Mall” auch hätten, bin ich höflich und mache das Teil nun nicht nieder. Mei, es ist ein Einkaufszentrum wie jedes andere hier auch, mit Zara und Mango. Dennoch gehe ich glücklich mit zwei Paar Schuhen wieder heim und frage mich, wie es sein kann, dass von einem weiteren Paar Stiefel bei Zara nur ein linker Schuh in Größe 37 aufzufinden war. Das muss natürlich noch verfolgt werden, denn das dritte Paar Schuhe muss einfach sein.
Am Abend kommt mein gleichaltriger Cousin aus Patras an, er studiert dort Computeringenieurswesen und ist für mich eine Art Bruder. Zumindest war er das mal, irgendwie merke ich, dass es zwischen uns nicht mehr ganz so passt wie früher. Da komme ich mit meiner 31-Jährigen Cousine und meinem 38-Jährigen Cousin samt Frau (die ich seit meinem 10. Lebensjahr nicht mehr gesehen habe) doch besser zurecht. Mit denen gehen wir alle zusammen auch gleich Essen und ich lerne endlich ihren kleinen Sohn kennen - so süß! Tief in meinem Herzen hat mich ja die Neugier über diesen Wonneproppen nach Athen gelockt. Fotos und eine süße Kinderstimme am Telefon haben’s vollbracht.
Der Samstag war also ein reiner Shopping- und Familientag, allerdings hatte ich das auch so vor. Ab Montag muss meine Cousine wieder arbeiten und dann geht erst das große Sightseeing mit meiner Tante los.
Sonntag, 21.9.
Gestern Abend ist es spät geworden. Wir drei (Cousine, jüngerer Cousin, ich) kriechen gegen 12 Uhr mittags aus dem Bett und stehen vor einem Dilemma. Heute sollte es eigentlich zu einer Tante (Mutter des jüngeren Cousins) zum Mittagessen gehen, davor wollten wir aber zum Strand fahren. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde, aber zuerst wollen wir frühstücken.
Wie mein Cousin seiner Mutter sagen konnte, dass wir um 3 bei ihr sind, aber selbst bis 2 Uhr im Bad gebraucht hat, ist mir bis heute ein Rätsel. Auf jeden Fall wurde er im Stundentakt von Mutter und/oder Freundin angerufen, die ihn offenbar immer ganz gern kontrollieren, was er gerade so macht. Nach einem tollen Tag in der Strandvilla eines Freundes meiner Cousine (mit Pool und direktem Blick aufs Meer, wie dekadent!) kommen wir um 7 Uhr abends bei meiner Tante an, die nicht so ganz verstanden hat, wie das jetzt ging. Nunja, wir wussten es.
Montag, 21.9.
Meine Tante ist ganz wild darauf, mir endlich Athen zu zeigen. Heute stehen auf dem Plan:
- endlich zwei Stiefel in Größe 37 bei Zara in der Fußgängerzone finden
- ein Spaziergang durch das älteste Stadtviertel Athens, die Plaka
- eine Fahrt nach Kap Sounion

Die Stiefel finden wir. In der Plaka ist es noch schöner als bei Zara (
), mitten in den verwinkelten Gassen befinden sich plötzlich denkmalgeschützte Ausgrabungsstätten und kleine Tempel. Was sich alles unter der heutigen Stadt Athen verbirgt, sah man bei den Bauarbeiten für die Metro - fast jede U-Bahnstation gleicht einem archäologischen Museum mit Tonkrügen, Werkzeug und Münzen, über die man sich in Deutschland nur so freuen würde. Hier in Athen gibt es dermaßen viel davon, dass man jede Station damit ausstatten konnte. Auch die Häuser der heutigen Plaka wurden zum Teil einfach auf alte Ruinen gebaut, es wurde überbaut, neugebaut, umgebaut, und das seit Jahrtausenden, sodass man heute nicht einmal mehr weiß, ob das Fundament noch in der Antike gesetzt wurde. Dann kommen wir noch in eine alte Markthalle und hier sehe ich den wahrgewordenen Traum eines jeden Griechen: Fleisch. Fleisch soweit das Auge nur reicht, Marktschreier an jedem Stand, die mich und meine Tante umwerben um uns Rindersteaks und Koteletts anzudrehen. So viel Fleisch habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Den Fischmarkt spare ich mir, ich hasse Fisch schlichtweg und der Geruch wäre sicher nicht auszuhalten.

In der Plaka bleiben wir nicht lang, am Mittwoch will ich nochmal zurückkommen. Denn jetzt steht die einstündige Fahrt ans Kap Sounion an. Hier beginnt das Ägaische Meer, und natürlich beginnt die ganze Fahrt dorthin mit einer Geschichte aus der griechischen Mythologie. Auf Kreta wütete der Minotaurus, ein wohl bekanntes Monster, in seinem Labyrinth. Alle neun Jahre müsste der Athener König Aigeus sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen als Opfer nach Kreta schicken, damit sie dort dem Minotaurus zum Fraß vorgeworfen werden konnten. Sein Sohn Theseus, ein berühmter Held, mischte sich unter die Jünglinge und zog mit nach Kreta, um das Monster zu besiegen. Seinem Vater sagte er beim Abschied, dass das Schiff bei der Rückkehr nach Athen weiße Segel gehisst hätte, wenn Theseus erfolgreich den Minotauris besiegen würde und lebend zurückkehrte. Mit Hilfe der kretischen Königstochter Ariadne trug sich nun auf Kreta zuerst die Geschichte mit dem roten Wollknäuel zu - sie legten sich eine Fährte in das Labyrinth um später auf diesem Weg wieder den Weg zurück zu finden. Tatsächlich erlegte Theseus den Minotaurus, in all der Freude wurden jedoch vergessen, die schwarzen gegen weiße Segel auszutauschen. Sein Vater stand nun also am Kap Sounion, dem südlichsten Punkt Attikas, um nach dem zurückkehrenden Schiff Ausschau zu halten. Als er die schwarzen Segel erblickte, stürzte er sich vor lauter Trauer von den Klippen in den Tod.
Deshalb heißt nun das Ägaische Meer auch so, war ja immerhin der König Aigeus. Genau an diesen tragischen Schicksalsort, der gleichzeitig eine fantastische Aussicht und einen Tempel des Poseidon zu bieten hatte, fuhr ich also mit meinem Onkel und meiner Tante.

Mehr als das Gesagte gab es hier jedoch auch nicht. In einer Hafentaverne kehrten wir ein, aßen viel zu fettiges und zu viel Essen, und fuhren am späten Nachmittag wieder zurück nach Athen.
Dienstag, 22.9.
Das wird heute der absolute Touritag. Frühmorgens geht’s gleich los und wir fahren mit der Metro los. In der U-Bahn geht es heute mächtig zu, weitaus mehr als gestern ist hier los. Als ich meien Tageskarte stempeln will, weiß ich auch gleich, warum:

Griechisch müsst ihr nicht können, in hellgrau steht es sogar auf Englisch da. Das Schild besagt, dass am europäischen Tag des Unterwegsseins ohne Auto die öffentlichen Verkehrsmittel in Athen gratis sind. Ausgeschlossen natürlich Fahrten zum Flughafen und zurück. Fand ich eine wirklich tolle Sache, da könnte sich der raffgierige MVV auch mal eine Scheibe von abschneiden.
Die Metro bringt uns zur Station “Akropolis”, und das sagt doch schon alles, oder? Da uns aber die Akropolis nicht davonrennen kann und das neugebaute, dazugehörige Museum mit Sicherheit später von einer langen Warteschlange geschmückt sein wird, fangen wir mit dem Museum an.

Dort, wo später noch die Warteschlange herumstehen wird, ist jetzt ein großer, leerer Platz. In der Mitte liegt die gezeigte Ausgrabung frei, man kann also vom Vorplatz aus nach unten auf diese Ruinen sehen. Es ist inzwischen 9 Uhr morgens und die Schlange am Ticketschalter wirklich kaum erwähnenswert. Recht schnell kommen wir also in diese nagelneue Weltneuheit hinein und sind sofort begeistert. Im Erdgeschoss sind weite Teile des Bodens aus Sicherheitsglas, und direkt unter den eigenen Füßen kann man auf noch viel mehr dieser unterirdischen Ausgrabungen blicken. Das Museum wurde also oben drüber gebaut, und man selbst bekommt in diesem Augenblick erst so richtig mit, auf was für altem Boden man eigentlich täglich durch Athen läuft.
Die Ausstellungsstücke im Museum waren wirklich sehenswert. Natürlich viele Tonscherben und Dinge, die man auch in den U-Bahn-Stationen zu Hauf sieht, dafür aber auch teilweise sehr gut erhaltene Statuen. Hervorhebenswert finde ich hierbei, dass die Griechen auch sehr deutlich den Verbleib manch verschwundener Teile in ihrem Museum kenntlich gemacht haben: Aus der Statuengruppe der Koren des Erechtheion-Tempels auf dem Akropolisberg stehen fünf in Athen - eine jedoch im British Museum und London. Ihr ursprünglicher Platz ist dennoch leer geblieben und wurde durch einen Kreis als Platzhalter markiert.
Das Museum bietet viel, jedoch auch nicht zu viel. Im gemütlichen Tempo mit Betrachtung der meisten Exponate und dem Lesen vieler Texte ist man sicherlich in zwei Stunden durch. Danach steht natürlich das Restaurant für mich und meine ausgehungerte Tante auf dem Programm, und siehe hier: die Griechen bereichern sich in so einer Toplage nicht, Kaffee und Getränke sind wirklich günstig und die Sandwiches lecker.
Gut gestärkt geht’s also weiter auf den Berg der Berge, meine Tanten haben mir Horrorstorys erzählt und ich befürchte schon eine Besteigung des Olymp. Tatsächlich aber geht’s sogar, es ist nicht allzu heiß und die Wege sind gut gepflegt, sodass sogar meine fußkranke Tante ganz überrascht ist, wie leicht wir schließlich zur Akropolis kommen. Sie war das letzte Mal vor 30 Jahren hier oben und muss gleich 12€ Eintritt blechen - ich komme als Studentin mit ausländischen (und für Griechen hieroglyphischen) Studentenausweis und einem griechischen Perso kostenlos rein und bekomme noch einen anerkennenden Blick, dass ich im Ausland studiere. Wenn die wüssten.

Hinter den Toren des Ticketabreissers sehe ich nun, was ich aus jeder Hauptattraktion einer jeden Stadt kenne: Touristen, Touristen und nochmal Touristen. Der steinige Boden ist schon ganz glatt geworden, “von den vielen Füßen, die hier seit Jahrtausenden rumlaufen”, wie mein Onkel mir allwissend am Abend erklärt. Wie ich nach der Zeit in Athen weiß, hat nicht nur mein Vater ab und an dieses Belehrende in sich - nein, auch seine beiden Brüder sind da absolut gleich.
Die Akropolis war nett. Allerdings hat sie mich nach dem Besuch am Kap Sounion nicht mehr sonderlich beeindruckt, ein alter Tempel halt, viele Touristen und eine Aussicht über die Betonwüste Athens. Nunja, kann man machen, muss man nicht. Es sei denn, man braucht’s fürs Selbstwertgefühl und Urlaubsstories nach einem Athentrip.
Da meine Tante und ich noch unerwartet fit sind und es erst früher Nachmittag ist, entschließen wir uns für eine Taxifahrt zum Lykavittos. Das ist der höchste “Berg” (277m…) im Athener Stadtzentrum, von hier aus hat man also eine noch bessere Aussicht als von der Akropolis aus. An dieser Stelle sei gesagt, dass das Taxifahren in Athen wirklich spottbillig ist und eigentlich New Yorker Zustände herrschen: nirgendwo stehen die Taxis wartend herum, man muss immer zusehen, ein fahrendes heranzuwinken. Im Nu sind wir also am Hügelchen und fahren mit der Standseilbahn nach oben. Dasselbe Gefährt habe ich schon an der Salzburger Festung benutzt, ganz geheuer ist es mir aber immer noch nicht. Oben angekommen kann man den Ausblick gleich mehr genießen - kaum Touristen, eine leichte Brise und viel mehr Ruhe aus auf der Akropolis. Wir gehen in die kleine Kapelle, meine Tante erzählt mir, dass sie hier sogar getauft wurde und die ganze Festgesellschaft damals natürlich noch zu Fuß hier hinaufgestiegen ist. Wir zünden zwei Kerzen für Verwandte an und fahren glücklich wieder nach Hause.
Nach all den Strapazen sei gesagt: daheim kugelt sich meine Tante am Nachmittag noch den kleinen Zeh aus. Sie stößt gegen ein Tonbandgerät meines Onkels. Da geht die gute, fußkranke Frau, mit mir in ganz Athen herum und steigt auf Hügel und Weiß-Gott-Alles und dann kugelt sie sich daheim den kleinen Zeh aus! Tze, sowas…auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass Griechen grundsätzlich bar bei ihrem Arzt bezahlen und immer nachträglich die Rechnung bei der Krankenkasse einreichen müssen.
Mittwoch, 23.9.
Der letzte Tag ist angebrochen und ich gerate in ernsthafte Kofferprobleme. Mein halber Koffer ist voll mit Schuhen, sodass ich auch den Bordtrolley vollpacke. Die Koffer werden schnell daheim bei Onkel und Tante abgelegt und dann geht’s gleich wieder los, nochmal in die Plaka und diesmal mit meiner digitalen Spiegelreflexkamera. In Athen wird offenbar geklaut, was das Zeug hält, sogar in Läden wie Zara (ich bin ein Fan, wie ihr seht) muss man seine Handtasche immer nah am Körper halten und aufpassen - das war sehr nervig, wenn man die Zustände in München gewohnt ist. Aufgrund all der Horrorgeschichten wollte ich nun nicht bei ganzen Tagestrips die große Kamera mitnehmen, es hätte sehr geschmerzt, wenn sie mir aus der Hand gerissen worden wäre. Deshalb befestige ich die Tasche an meinem Gürtel, hänge mir den Riemen um den Oberkörper und den von der Kamera selbst nochmal zusätzlich. Und nein, niemand hat es auch nur versucht, sie zu klauen - vielleicht aber auch, weil ich dauernd Griechisch gesprochen habe und somit nicht zum typischen Tourischema gehört habe.

Das Viertel erinnert mich mit seinen kleinen Gassen und Häusern etwas an das Dorf meines Vaters auf Korfu. Das ganze ist hier sehr malerisch und ziemlich ruhig - dabei braucht man von hier zu Fuß nur 5 Minuten zur Akropolis! Ein Spaziergang mit Besuch im Kaffeehaus ist hier nur zu empfehlen.
Nach meiner kleinen Fotosafari haben wir immer noch Zeit - ich muss erst am Abend zum Flughafen. Also geht’s spontan noch zum Syntagmaplatz (Platz der Verfassung) und hier tobt nur so der Wahlkampf für die griechischen Parlamentswahlen (inzwischen abgehalten, die Sozialdemokraten haben mit 43% die absolute Mehrheit geschafft und die bestehende Regierung abgelöst). Und ich sehe endlich den berühmten Wachwechsel am Grabmal des unbekannten Soldaten, sowie die Wachen selbst (Evzonen genannt). Wie in London dürfen auch sie sich nicht bewegen, allerdings darf man sich nicht mit ihnen fotografieren lassen - ein Herr des griechischen Militärs wandert in Uniform auf und ab und weist aufmüpfige Touristen und Bettler in die Schranken. Die Uniform der Evzonen dagegen sieht mehr als lustig aus - Bommel, Strumpfhosen, der Hut, alles ein bisschen wie Fasching. Aber so sehe ich im Dirndl wahrscheinlich auch für die ganzen Griechen aus.

Es wird später Nachmittag, wir fahren also heim, essen noch ordentlich fettige Pommes Frites und schließlich geht’s über die “Autobahn” wieder zum Flughafen. Ich komme nicht über mein Freigepäck, gebe meinen Bordtrolley mit auf und spaziere mit Handtasche und Parfum aus dem Duty-Free-Shop in meinen Flieger nach Hause, eigentlich schade.
Ich habe in 5 Tagen zwei Kilo zugenommen.
Ab nächster Woche werde ich 4 Stunden in der Woche einen Griechischkurs an der Uni belegen.
Nächstes Jahr fliege ich wieder hin, das weiß ich jetzt schon.

