April7
Für mich ist der Kauf von Zeitschriften spätestens seit der Irrelevanz von NEON etwas Fremdes geworden. JETZT von der Süddeutschen gibt es nur noch online und selbst die typischen Frauen- und Stylemagazine sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Kennste einen, kennste alle.
Ich gehe mal davon aus, dass ich diesen Standpunkt nicht allein teile - denn wie kann es sein, dass dermaßen viele Zeitschriften innerhalb der letzten Monate aus den deutschen Presseregalen verschwunden und gleichzeitig ausgestorben sind? Der neuste Fall des Artensterbens: die AMICA. Meiner Meinung war die ja noch eine der besseren Frauenzeitschriften, schöne Fashionstrecken, witzig geschriebene Berichte und das ein oder andere Informative - weibliches Infotainment, das es auch als erschwingliche Pocketausgabe gab. Wie heute bekannt wurde, fusioniert der Burda Verlag die Zeitschriften BUNTE, ELLE, INSTYLE, FREUNDIN sowie das BURDA MODEMAGAZIN zur “Burda Style Group”, im Rahmen dessen wird Amica nun eingestellt. Wenn ich mir da die Begründung von Verlagsvorstand ansehe, muss ich doch etwas schmunzeln:
“AMICA ist eine der besten Fashion-Zeitschriften auf dem deutschen Markt, die Redaktion hat ein großartiges Magazin mit internationaler Handschrift geschaffen. Aber die Entwicklung der Werbemärkte lässt uns keine Chance, als das Engagement zu beenden.“
Wenn Amica schon zu den besten Zeitschriften an den deutschen Kiosken gehört, warum beweist der Burda-Verlag dann kein Durchhalten in der Krise? Digital wird das Amica-Onlineportal zwar weiter existieren, aber langsam sollte den Medienmacher doch klar sein, dass die so weithin befürchtete Konkurrenz durch das Internet schlichtweg Humbug ist. Ich lese Frauenzeitschriften in der S-Bahn oder im Garten auf der Sonnenliege - am PC hat man dann doch wichtigeres zu tun.
Weitere Beispiele für das Aussterben der Spezies Zeitschrift sind ja dann auch PARK AVENUE und VANITY FAIR. Beide einmal gekauft und nie wieder. Park Avenue kam mir zu elitär ohne wirklichen Hintergrund vor, Vanity Fair konnte sich schlichtweg nicht von anderen Personality-Zeitschriften abheben - langweilig.
Im Moment habe ich ja die aktuelle PRINZ für München da und muss sagen, dass die mich schon eher zufrieden stimmt. Für 1,50€ kann man wirklich nichts sagen, es gibt Szene-News aus der Stadt und 2-3 recht interessante Berichte, die offenbar in jeder Prinz-Stadtausgabe erscheinen. Einzig nervig fand ich dieses Mal, dass sich für die Redaktion offenbar alles ums Bloggen gedreht hat. Nur: Warum kommt sowas nicht auf den Titel? Warum werden Münchenblogger und ein Modeblogger vorgestellt, die Sicht eines weiteren Bloggers auf ein Fashionevent geschildert, ohne einen roten Faden durch die ganze Sache zu ziehen? Fand’ ich persönlich sehr sehr schade, da hätte man mit Sicherheit mehr draus machen können. Ansonsten stand dieses Monat noch die GLAMOUR mit Shopping-Rabatt-Karte an, welche ich natürlich nicht genutzt habe. Damit wird kalkuliert, dass man es dann doch nicht zum Shoppen schafft - oder, wie in meinem Fall, gleich zweimal die Karte daheim liegen lässt.
Für mich selbst wünsche ich mir deshalb ganz egoistisch und dreist mindestens eine lesbare Zeitschrift. Mit relevanten Themen, einer schönen Abwechslung und den restlichen Eigenschaften des berühmten Überraschungs-Eis. Vielleicht gewinnt man mich dann auch noch als Abokunden und erhält dafür eine tolle Prämie (Werbeplastikkamera, 5000. Stern-Prämienuhr, Wasserkocher…) oder sowas.