Brunette Aspects

What would Bambi say?

Das Schmidtsche Vogelgezwitscher

April22

Ich bin ja immer noch sehr unschlüssig, wie weit Twitter eigentlich Sinn macht. Also, auch so für mich persönlich. Wer mich und meinen Schreibstil kennt, weiß, dass 140 Zeichen eine ganz schöne Herausforderung für meine Schreibfeder sind. Deshalb möchte ich diesen Beitrag heute alle 140 Zeichen kurz unterbrechen, damit sich meine Leserschaft von dieser Schwierigkeit auch überzeugen kann. (Btw. Allein dieser Teaser umfasst bereits 390 Anschläge…)

Der eigentliche Anlass für diesen Beitrag ist ja die heute geplatzte Bombe bzgl. Harald Schmidts „Twitter“-Account. So soll der eigentlich | gar nicht mehr so tolle Showmaster unter dem Account „BonitoTV“ (= Name seiner eigenen Produktionsfirma) Sinniges und Plattes wie: „Klinsi | und Steinmeier beim Volk unbeliebt! In schweren Krisen kann da nur noch ein portugiesischer Wasserhund helfen!“ aber auch Programmtipps und angebliche | Grüße aus der Produktionsfirma in die Welt gezwitschert haben. Wie allerdings das Medienmagazin DWDL heute berichtet, ist das tatsächlich Fa | ke: der mir bis dato unbekannte Internetstar Rob Vegas steckt hinter dem Profil. Empfehlenswertes Interview, und empfehlenswertes YouTube-| Video mit Statements des jungen Studenten:

Geplatzt ist der Coup nun, da sich Rob tatsächlich als neuer Sidekick bei Harald bewerben möchte | : Imo prädestiniert ihn allein schon die Tatsache, dass er es mit einem gefaketen Schmidt-Profil auf die Links zur Show auf der OFFIZIELLEN | ARD-WEBSITE geschafft hat, ganz klar für den Job.

Aber um wieder aufs eigene Twittern zurückzukommen: Warum sollte ich eigentlich? Zerhackt | den schönen Text ja nur.

Beruf des Monats: Bauchbinden-Untertitel-Schreiber

April21

Nach längerer Internetabstinenz möchte ich mal ganz verwundert das Thema der sogenannten Bauchbinden annehmen. Das sind nämlich die lustigen Untertiteleinblendungen, die im Fernsehen gerne mal einen Teilnehmer des “Perfekten Dinners” als “Stefan, 44, mag keine Schokolade” outen. Laut Wikipedia sind Bauchbinden ursprünglich dafür dagewesen, “wichtige Informationen zu einer Person abgebildet, wie zum Beispiel der Name und der Beruf beziehungsweise die Funktion. Manchmal wird sogar das Alter der Person angegeben. Hilfreich ist eine solche Beschreibung zur besseren Einordnung einer Person in einen Sachverhalt.”

Meine Favoritensendungen für sowas sind ja wirklich das genannte “Perfekte Dinner”, “Einsatz in Vier Wänden” (Hausbesitzerin wog in Krisenzeiten nur noch 44 Kilo!) oder auch “taff” (Serafina Zoe Chayenne, 16, D-Promisternchentochter). Denn hier geben sich die Bauchbinden-Untertitel-Schreiber ganz besondere Mühe und zeigen ganz besonders, wie kreativ sie doch sein können. Gleich hinter diesen Sachen kommt meiner Meinung nach auch schon der “dämliche-Gewinnspiel-Antwortmöglichkeiten-Überleger”, der “Käse” und “Schallplatte” als Antwortmöglichkeiten für die Frage “Wie hieß der Vorgänger der CD?” im 5000€ Gewinnspiel der “Ultimativen Chart-Show” auf RTL rausgehauen hat. Großes Tennis!

Immerhin machen die Fernsehanstalten durch die dämlichen Gewinnspiel-Antwortmöglichkeiten der dämlichen Gewinnspiel-Antwortmöglichkeiten-Überleger sicherlich Gewinn, da bestimmt mehr als 10.000 Nichtdämliche ihre Chance bei diesem Gewinnspiel wittern.

Zeitschriftenland, ade…

April7

Für mich ist der Kauf von Zeitschriften spätestens seit der Irrelevanz von NEON etwas Fremdes geworden. JETZT von der Süddeutschen gibt es nur noch online und selbst die typischen Frauen- und Stylemagazine sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Kennste einen, kennste alle.

Ich gehe mal davon aus, dass ich diesen Standpunkt nicht allein teile - denn wie kann es sein, dass dermaßen viele Zeitschriften innerhalb der letzten Monate aus den deutschen Presseregalen verschwunden und gleichzeitig ausgestorben sind? Der neuste Fall des Artensterbens: die AMICA. Meiner Meinung war die ja noch eine der besseren Frauenzeitschriften, schöne Fashionstrecken, witzig geschriebene Berichte und das ein oder andere Informative - weibliches Infotainment, das es auch als erschwingliche Pocketausgabe gab. Wie heute bekannt wurde, fusioniert der Burda Verlag die Zeitschriften BUNTE, ELLE, INSTYLE, FREUNDIN sowie das BURDA MODEMAGAZIN zur “Burda Style Group”, im Rahmen dessen wird Amica nun eingestellt. Wenn ich mir da die Begründung von Verlagsvorstand ansehe, muss ich doch etwas schmunzeln:

“AMICA ist eine der besten Fashion-Zeitschriften auf dem deutschen Markt, die Redaktion hat ein großartiges Magazin mit internationaler Handschrift geschaffen. Aber die Entwicklung der Werbemärkte lässt uns keine Chance, als das Engagement zu beenden.“

Wenn Amica schon zu den besten Zeitschriften an den deutschen Kiosken gehört, warum beweist der Burda-Verlag dann kein Durchhalten in der Krise?  Digital wird das Amica-Onlineportal zwar weiter existieren, aber langsam sollte den Medienmacher doch klar sein, dass die so weithin befürchtete Konkurrenz durch das Internet schlichtweg Humbug ist. Ich lese Frauenzeitschriften in der S-Bahn oder im Garten auf der Sonnenliege - am PC hat man dann doch wichtigeres zu tun.

Weitere Beispiele für das Aussterben der Spezies Zeitschrift sind ja dann auch PARK AVENUE und VANITY FAIR. Beide einmal gekauft und nie wieder. Park Avenue kam mir zu elitär ohne wirklichen Hintergrund vor, Vanity Fair konnte sich schlichtweg nicht von anderen Personality-Zeitschriften abheben - langweilig.

Im Moment habe ich ja die aktuelle PRINZ für München da und muss sagen, dass die mich schon eher zufrieden stimmt. Für 1,50€ kann man wirklich nichts sagen, es gibt Szene-News aus der Stadt und 2-3 recht interessante Berichte, die offenbar in jeder Prinz-Stadtausgabe erscheinen. Einzig nervig fand ich dieses Mal, dass sich für die Redaktion offenbar alles ums Bloggen gedreht hat. Nur: Warum kommt sowas nicht auf den Titel? Warum werden Münchenblogger und ein Modeblogger vorgestellt, die Sicht eines weiteren Bloggers auf ein Fashionevent geschildert, ohne einen roten Faden durch die ganze Sache zu ziehen? Fand’ ich persönlich sehr sehr schade, da hätte man mit Sicherheit mehr draus machen können. Ansonsten stand dieses Monat noch die GLAMOUR mit Shopping-Rabatt-Karte an, welche ich natürlich nicht genutzt habe. Damit wird kalkuliert, dass man es dann doch nicht zum Shoppen schafft - oder, wie in meinem Fall, gleich zweimal die Karte daheim liegen lässt.

Für mich selbst wünsche ich mir deshalb ganz egoistisch und dreist mindestens eine lesbare Zeitschrift. Mit relevanten Themen, einer schönen Abwechslung und den restlichen Eigenschaften des berühmten Überraschungs-Eis. Vielleicht gewinnt man mich dann auch noch als Abokunden und erhält dafür eine tolle Prämie (Werbeplastikkamera, 5000. Stern-Prämienuhr, Wasserkocher…) oder sowas.

Mehr als Radio Gaga

März25

Nach einem langen Arbeitswochenende in Ulm und diversen “c’est le stress”-Faktoren möchte ich mich doch mal wieder zurückmelden. Nachdem ich in Ulm von einer jungen Redakteurin des Bayrischen Rundfunks für “on3radio” interviewt wurde, dachte ich mir, dass ich euch Lesern mal meine Top-Radiosender kurz vorstelle:

1. FM4

Charmant österreichisch mit wirklich guter Musik. Nachrichten werden auf Englisch gesprochen, dazu gibt’s noch interessante Berichte und kunterbunt gemischte Musik von Indie bis Electro. So sollten öffentlich-rechtliche Sender sein, der ORF macht’s vor.

2.on3radio

Fast den ganzen Tag nur Musik! On3Radio ist der recht junge Jugendsender des Bayrischen Rundfunks und sendet bisher leider noch nicht über UKW. Dazu noch von Montag bis Freitag das Magazin “live on3radio” mit Gästen, Interviews und Berichten sowie DJ-Platten und Neuerscheinungen als Extrapunkte im Programmschema. Empfehlenswert, hoffentlich wacht der BR auch bald einmal auf und erkennt das Hörerpotential, das in jungen Leuten trotz Internetradio noch steckt. Durch das Verbannen von on3radio aus der massentauglichen UKW tun sie dem Medium Radio mit Sicherheit keinen Gefallen.

3. m94,5

Der Ausbildungssender für junge Medienschaffende in München. Vor allem Indie- und Alternative-Musik umrahmen das Programm für die BR2-Redakteure von morgen, die sich selbst als Moderatoren ausprobieren und gleichzeitig selbstproduzierte Beiträge senden. Zwar merkt man bei manch einem noch fehlende Übung im Vergleich zu den “Profis”, dennoch ist m94,5 mit Sicherheit absolut jugendbezogen - immerhin sind die Medienmacher selbst Teil der Zielgruppe.

Meiner Meinung nach sollte das Medium Radio den Kopf nicht in den Sand stecken - klar, dass weitere Sender wie Energy oder Gong zum Scheitern verurteilt sind, ist klar. Aber mit guter Musik und jugendaffinen Themen sollte sich mit Sicherheit noch eine große Zielgruppe ansprechen lassen - denn iPod und CD bestehen immer noch aus (meist) bekannten Titeln und können einem niemals die Abwechslung bieten, die zwei Stunden Radio mit Beiträgen, Interviews und trotzdem ansprechender Musik mit sich bringen.

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