Brunette Aspects

What would Bambi say?

Mein Leben als Bachelor (aka Bätschelohrin)

November17

Da ich mich ja seit gut einem Monat auch “Studentin” schimpfen darf (und das auch noch auf Bachelor), wurde es gestern Zeit, den Besetzern des Münchner Audimax mal Hallo zu sagen. Heute ist ja sogar Bildungsdemo, kann aber dank meiner erneuten Erkältung nur daheim bleiben und deshalb auch bloggen.

Das Witzige finde ich ja, dass sich so viele über die Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse aufregen - die meisten davon wiederum auf Magister studieren und das Leben der Bachelorstudenten vom Hörensagen kennen. Alles verschult, viel Stress zur Klausurenzeit, keine Zeit um sich und seine Denke vollends zu entfalten usw. usf. Ich mach’s jetzt zwar erst gerade mal einen Monat mit, mag aber mein Leben noch. Ich habe 18 Wochenstunden, schreibe vier Pflichtklausuren in der zweiten Februarwoche (dazu noch freiwillig die Klausur meines Sprachkurses Neugriechisch), ansonsten zwei kleinere Klausuren im Dezember und Januar, sowie einige Referate. Hausarbeit kommt bis zum Ende des Semesters auch dazu, kann man sich aber ja auch einteilen - immerhin weiß man seit Mitte Oktober Bescheid.

Ansonsten habe ich lediglich ein Proseminar mit Anwesenheitspflicht, beim Rest kann ich mir also nach freiem Belieben einteilen, wann ich wie komme und was ich da drin überhaupt tun möchte oder nicht. Mitarbeitsnoten gibt’s bei mir nämlich auch nicht. Manch ein Magister wird sich da jetzt vielleicht wundern, wie es sein kann, dass ein Bachelor weniger Anwesenheitspflicht als er selbst hat und keine Mitarbeitsnoten anstreben muss - aber es ist so! Der Unterschied ist schlichtweg, dass ich am Ende jedes Semesters einige Lernwochen habe und ordentlich arbeiten muss, da alles in meine Endnote mit hineinzählt. Mir persönlich ist das allerdings lieber, da ich sowas lieber häppchenweise erledige als den gesamten Stoff von 4 Semestern für die Zwischenprüfung zu wiederholen. Am Ende meines Studiums steht nämlich nur noch die Bachelorarbeit an.

Irgendwie klingt das alles natürlich sehr nach Schule und Abi etc. - aber ich kenn’s ja nicht anders. Die fantastisch geringe Zahl von 18 Wochenstunden lässt mich schon im höchsten aller Himmel schweben und nebenbei kann ich noch arbeiten und rumhängen. Dass der Januar nicht ganz einfach wird, ist mir klar, aber irgendwo muss sich ja der Unterschied zum alten Schulleben mal zeigen. Wahrscheinlich rede ich jetzt schön großspurig und jammere in ein paar Monaten rum, aber bisher kann ich noch nichts Negatives über den Bachelor sagen, zumal er für mich noch eine ganz schöne Zeitersparnis mit sich bringt: eigentlich würde ich ja liebend gerne nach meinem Studium auf die Deutsche Journalistenschule gehen. Früher brauchte man für den ausführlichen Ausbildungsgang dort einen Magisterabschluss (Regelstudienzeit in meinem Fach: 9 Semester), jetzt reicht ein Bachelor (Regelstudienzeit: 6 Semester) aus.

Schnellschreiberin!

Oktober18

Gerade bei Lu zieht an entdeckt: der Schreib-Speedtest.

96 Wörter
Offenbar bin ich ja sogar wirklich gut dabei.

Dafür geht morgen die Uni los, bin schon etwas hibbelig und vor allem gespannt, wie es so wird. Der Stundenplan hätte zwar besser sein können, ist aber angesichts der Zeitaufteilung auch nicht der worst case - wie’s war, bekommt ihr bei interessanten Begebenheiten schon noch zu lesen, ich will ja nicht gegen Eva Schulz’ 20 “Regeln” des Bloggerdaseins verstoßen. Allerdings habe ich euch bereits (ich kenne meine WP-Stats) schon öfters nach eurer Meinung gefragt und sogar auch von Eva eine Rückmeldung bekommen, das war eigentlich für mich zusätzlich sehr amüsant beim Lesen ihres Artikels.

Studentsein, der erste Streich: Frühstücken

September13

Wie ihr inzwischen wisst, muss ich ja schon immatrikuliert sein - sonst hätte mir diese Kaninchen-Internet-Geschichte nicht passieren können. Auf Drängen von Michi wollte ich euch schon länger von meinem Immatrikulationstag berichten, genauergesagt: von meiner ersten Tat als Studentin.

Schlau, wie wir so sind, sind Michi und ich sehr früh am Morgen mit der S-Bahn zur Uni gefahren, um mich einzuschreiben. Nur kamen offenbar mehrere auf die Idee, so früh zu kommen, sodass ich dennoch fast 2 Stunden vor und in der Studentenkanzlei zugebracht habe. Problematisch war dabei allerdings, dass Michi und ich uns das Frühstück für ein bisschen mehr Schlaf gespart hatten und schließlich total ausgehungert das Hauptgebäude der Uni verließen. Wir hatten allerhand Pläne gemacht für den (immerhin noch für den Rest der Welt sehr jungen) Tag und hielten es schließlich nicht mehr bis zum Frühstückscafé unserer Wahl aus: das CADU/Café an der Uni winkte nur so von der gegenüberliegenden Straßenseite. Und da ich ja mit einem Schon-Studenten unterwegs war, wusste Michi natürlich genau, dass wir unseren Hunger auch dort drin stillen könnten.

Gesagt, getan. Durch eine schmale Gittertür und einen niedrigen Bogen in der alten Steinmauer landeten wir im dahinterliegenden Innenhof. Das Glasdach ließ einen wirklich fast draußen sitzen, schuf jedoch auch echtes Treibhausklima. Mehr gab es für mich dann auch gar nicht mehr zu sehen, wie die Geier stürzten Michi und ich uns auf die Speisekarte, schlugen flott die Frühstücksseiten auf und überlegten. Die Wahl fiel für uns beide schließlich aufs folgende Frühstück:

“Heut mach ma blau” (Münchner Studentenleben)

Serranoschinken, Müsli, halbe Grapefruit, Frischkäse, Marmelade, Honig, Brotkorb und Butter

Kosten: 7,90€. Normal für ein gutes Münchner Frühstück, zumal man bedenken muss, dass wir uns in Schwabing befanden. Dazu gab es für mich einen Cappucino und für Michi einen Latte Macchiato.

Der Service

Und schon kommt die erste Hürde für die freundliche Bedienung, ich bin allergisch auf Haselnüsse. Deshalb die Frage: “Sind in dem Müsli Haselnüsse drin?” Bemüht eilt sie in die Küche und kommt nach kurzer Zeit wieder. Ja, leider seien Haselnüsse drin, aber sie könne mir stattdessen Naturjoghurt mit Früchten anbieten. Das nehme ich doch gerne an, schließlich hätte mich genau dieser Punkt fast schon zum “Jean-Jacques Rousseau”-Frühstück geführt. Flott werden uns die Kaffees serviert, auch das Frühstück lässt nicht lange auf sich warten. Fazit: Aufmerksam und sympathisch!

Das Frühstück

Guten Kaffee haben sie schon einmal, die Hälfte meiner Suppenschüssel voller Cappucino ist deshalb auch schon weg, als schließlich die Frühstücksteller und der Brotkorb serviert werden. Wir finden uns zwischen einer guten Brotmischung aus Weiß-, Roggen- und Vollkornbrot und einem Teller voller Serranoschinken wieder. Es war ein Essteller, der komplett mit Serranoschinken ausgelegt war! Und dazu ist zu sagen, dass ich Serrano einfach liebe…nunja, ansonsten waren alle genannten Frühstückskomponenten ansprechend und sauber angerichtet. Das Brot überzeugte durch Frische und Geschmack, die knusprige Kruste und der weiche Kern ließen auf einen guten Bäcker schließen. Auch der ungesüßte Naturjoghurt mit frischen Früchten hat mich etwas die Kalorienbombe Frühstück vergessen lassen und mich, in Kombination mit der Grapefruit, fast schon glauben lassen, ich könnte sowas Feines jeden Tag vertragen. Einziges Manko: die Grapefruit war unzureichend angeschnitten und spritzte nur su umher, ohne Sägemesser war da leider nicht viel zu machen, sodass Michi und ich mehrere Male mit halbzugekniffenen Augen an der Frucht rumhantierten.

Das Fazit

Im CADU sitzt man wirklich in angenehmer Atmosphäre inmitten eines total gemischten Publikums. Reichere Frauen beim Shoppingbummel, spätaufgestandene Studenten beim Frühstück oder Lateinlehrer bei Pfeife und Tee - hier ist echt alles geboten. Vor allem der überdachte Innenhof ist ein absolutes Schmankerl! Auch innen drin sah es gemütlich aus, Bücherregale und Sofas laden einen für mehrere Stunden und Kaffeetassen ein. Unser Frühstück war sowohl qualitativ als auch quantitativ absolut tadellos, pappsatt und zufrieden haben Michi und ich das CADU verlassen und das für vergleichsweise wenig Geld (ich verweise nochmals auf München…). Auf der Internetseite des Cafés ist die gesamte Speisekarte mit Preisen online (auch nett für die Kalkulation…).

Wo?

Cafe an der Uni
Ludwigstraße 24
80539 München

http://www.cadu.de/

Parole? Kaninchen!

August27

Melde mich gerade beim Onlineportal meiner neuen Uni an und muss dort eine Frage eingeben, die ich im Falle eines vergessenen Passworts zu beantworten habe. Als Beispiele angegeben: schlechte Frage des Geburtstdatums und der Augenfarbe der eigenen Mutter, da dies leicht herauszufinden und zu raten sei.

Ein gutes Beispiel sei dagegen die Frage nach dem persönlichen Lieblingsbuch der 4. Klasse. Als Antwortbeispiel nehmen die Damen und Herren von der Uni dann aber auch gleich Leo Tolstois “Krieg und Frieden und meinen dazu: “Gut, das errät niemand.”. Abgesehen natürlich von der Tatsache, dass kein Viertklässler auf die Idee käme, “Krieg und Frieden” zu lesen…

Das totale Highlight war allerdings abermals die Frage nach der mütterlichen Augenfarbe. Diese wurde vorhin ja als schlecht abgetan, lautet die Antwort aber “Kaninchen”, meinen die Autoren dazu folgendes: ” Sehr gut. Frage und Antwort stehen in keinem inhaltlichen Zusammenhang. Sie müssen sich aber die Antwort gut merken können”

Welchen Sinn macht eine Kontrollfrage für ein vergessenes Kennwort, wenn man sich erst die absurde Antwort auf die Frage merken muss? Wieso nimmt man dann nicht gleich das Kaninchen als Passwort? Fängt ja alles schon gut an.